Dokumentation

 

15. Integrationsfachtag - „Lust auf Zukunft“

21/22. September 2017
Schloss Trebnitz, Bildungs- und Begegnungszentrum e.V., Platz der Jugend 6, 15374 Müncheberg OT Trebnitz

 

 

Gesamtmoderation des Fachtages

Moderation III

Kristin Draheim – Regionalreferentin für Bildung und Integration RAA Brandenburg, NL Frankfurt/Oder

 

21. September 2017

Begrüßung

Kerstin

Kerstin Dickhoff – Koordinatorin Netzwerk für Toleranz und Integration

 

Schmidt Mller I

Sandra Schmidt – Vorstandsvorsitzenden KKJR MOL e.V.

„Der Integrationsfachtag feiert sein 15jähriges Jubiläum. Diese Zeitspanne ist für einen Fachtag einzigartig und etabliert den Integrationsfachtag zur Marke im Landkreis.“

Darius Müller – Leiter Bildungs- und Begegnungsstätte Schloss Trebnitz

„Der Fachtag feiert seine Premiere im Schloss als auch in der Partnerschaft mit Großpolen. Ich wünsche uns in den kommenden 2 Tagen neue Ideen und Kooperationen. Für Lösungen gibt es kein Geheimrezept, wir müssen gesprächsbereit sein und uns nicht aus den Augen verlieren.“

 

Grußworte

Landrat MOL II

Gernot Schmidt – Landrat Landkreis Märkisch-Oderland

„Der Integrationsfachtag steht in der Tradition relevante gesellschaftliche Fragen zu behandeln wie bspw. Inklusion, Kinderarmut, Zuwachs, Zusammenleben von Jung und Alt aber auch die deutsch-polnische Zusammenarbeit. Der Titel des Fachtages „Lust auf Zukunft“ ist deswegen ein ideales Sprachspiel, weil es die Themen an die richtige Stelle setzt, aber gleichzeitig keine Angst vor der Vergangenheit zulässt.

Die kommenden Gespräche bieten die Möglichkeit Problemlagen zu benennen und auch anzuerkennen, um gemeinsam Lösungen zu generieren. Konflikte haben ihre Berechtigung, müssen aber entsprechend den Herausforderungen und Zielen moderiert werden. Der Fachtag bietet hier bereits zum 15. Mal die Gelegenheit Zukunft aktiv zu gestalten.“

 

Landrat Turek I

Mariusz Seńko – Landrat Landkreis Turek

„Der Integrationsfachtag bietet nicht die erste Gelegenheit das Schloss Trebnitz und seine Arbeit kennenzulernen, wir freuen uns auf die internationale Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen MOL und Turek, einen konstruktiven Erfahrungsaustausch und die gemeinsame praktische Arbeit.“

 

 Lemmermeier II

Dr. Doris Lemmermeier – Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg

Der Integrationsfachtag bietet auch die Möglichkeit Dankbarkeit gegenüber dem Ehrenamt zum Ausdruck zu bringen. Dieses ist eine unverzichtbare Stütze in der Migrationsarbeit und erleichtert das Ankommen in der Region. Trotz Schwierigkeiten in der Integrationsarbeit ist die Stimmung  gut, welches unter anderem der tiefen humanitären Einstellung von Ehrenamtlichen zu verdanken ist. Diese und ihr Engagement sind ein Stützpfeiler der Integration und ein Zeichen gegen Rechtspopulismus und Ausländerfeindlichkeit.“

 

 Matzke I

Michael Matzke – Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

„Demokratieförderung und Integration sind Notwendigkeiten, die keiner Zeitperiode unterworfen sind, da der Bedarf hierfür immer bestehen wird. Dementsprechend ist aktuelles Ziel das Programm „Demokratie Leben“  zu entfristen. Integration kann nur erreicht werden, wenn Begegnungen auf Augenhöhe geschaffen, Gemeinsamkeiten betont und Programme auf örtliche Begebenheiten zugeschnitten werden.“

 

Inputreferat  „Zukunft der ländlichen Regionen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels"

Wolfgang Roik, Vorsitzender der Enquete-Kommission des Landes Brandenburg

Zusammenfassung der wesentlichen Punkte:

  • Enquete Kommission besteht aus 18 Personen (neben parlamentarischen Mitgliedern aus Sachverständige)
  • widmet sich der Bearbeitung spezieller Themen
  • Bürgerumfrage zur Lebenssituation der Menschen im ländlichen Raum:
    • Mehrheit der Befragten ist zufrieden und möchte nicht wegziehen
    • Lebensqualität soll sich aber verbessern (Arbeit, ärztliche Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe)
  • Beteiligungsmöglichkeiten der Bevölkerung: Sitzungen, Live Stream, Dialog Portal

Das vollständige Inputreferat als Powerpointpräsentation finden Sie hier.

 

Workshops

 

„Projektmanagement und Jugendpartizipation“ an konkreten Beispielen

Moderation: Benjamin Meßner

Start des Workshops mit Beispielen aus der Praxis:

  • Projekt Hope aus Köln / durch Sport verbinden, Begleitung von Jugendlichen
  • Ruhr Games / 600 Teilnehmer aus verschiedenen Nationen, Sport und Seminare als Verbindungsglied

Ergebnis des Workshops:

  • Ideenfindung um eigene Projektidee zu generieren bis hin zur Gestaltung dieser
  • Konkret: Senioren als Fachkräfte zu gewinnen, um Vereinsamung vorzubeugen und bereits vorhandenes Potential zu nutzen
    • Vorteil: Wissen wird qualifiziert weitergegeben
    • Generationen im Dialog
    • gibt Senioren Aufgaben im Alltag und beugt Vereinsamung vor
    • was wird benötigt: Begegnungsstätten, Austauschplattform, Finanzen für Personal, Dokumentationen, Webauftritt
  • die im Workshop konzipierte imaginäre Projektidee wurde dem Publikum zur Abstimmung vorgestellt und traf auf mehrheitlichen Zuspruch

 

Ideenschmiede der Sprachanimation

Moderation: Wojcieck Staniewski

  • Angebot an kommunikationsfördernde Übungen für bilaterale Gruppen
  • von Übungen zum Spracherwerb um den interkulturellen Austausch zu erleichtern bis hin zur Methodenvermittlung zur Erleichterung von Sprachlernprozessen
  • Gruppe lebt von Happening und Interaktion, deswegen wurden die einzelnen Schritte erlebt und nicht dokumentiert
  • Bewegung und Interaktion zeichnet Sprachanimation aus
  • als Resultat des Workshops sind Porträtzeichnungen der einzelnen Teilnehmenden entstanden

 

Stadt-Land-Jugendarbeit in Märkisch-Oderland

Input und Moderation: Stefan Hädicke, Jugendförderung MOL & Fabian Brauns, Koordinator Jugendverbandsarbeit in MOL

Der Workshop startete mit einem Faktencheck zur Jugendarbeit im Landkreis und ging über in die Ergebnisse der Diskussion:

Wie kann Jugendarbeit 2030 aussehen?

  • es sind feste Ansprechpartner vorhanden
  • es gibt im ländlichen Raum mobile Jugendclubs, die von der Kommune wie eine feste Einrichtung finanziert werden und die an Freizeiteinrichtungen angedockt sind
  • Anliegen von Jugendarbeit sind bekannt und voll akzeptiert / Lobbyarbeit
  • Kommunen stellen Freiräume für Jugendliche bereit ohne viele Regeln von außen
  • Jugend wird mitgedacht
  • bürgerschaftliches Engagement ist gefördert – Menschen nutzen Räume und Ideen zusammen
  • Zusammenführung von finanziellen Ressourcen

 

Zukunftswerkstatt: Mit Jugendlichen zu Perspektiven der Jugendarbeit im Landkreis MOL

Moderation: Dr. Anja Looke, Kinder- und Jugendsozialarbeiterin Stadt Strausberg

Ergebnisse:

Schule und Sozialarbeit:

  • mehr Zusammenarbeit Schule und Jugendclub
  • mehr Offenheit und Verständnis der Schule
  • Image des Jugendclubs aufbessern
  • bessere Vernetzung der Jugendclubs und Sozialarbeiter
    • Leitende Positionen und Ansprechpartner besser kennzeichnen
  • Publizieren von Veranstaltungen um Attraktivität zu erhöhen (bspw. Schülerzeitung, Aushänge, Web)
  • Integration von Freizeittreffs in Schulen
  • Verbesserung von Verkehrsanbindungen/ÖPNV
  • Forderung: Schulsozialarbeiter an allen Schulen
    • Schaffung von Arbeitsplätzen, Geldmitteln, Fördermaßnahmen

Wie soll unser Traumsozialarbeiter sein?

  • nah an unseren Interessen / „hip“ / jung
  • alternativ
  • nicht immer so ernst
  • verständnisvoll / nicht vorwurfsvoll
  • offen aber nicht laissez faire
  • Taten statt Worte
  • Freiheiten lassen
  • Hilfe bei Problemen

 

Entwicklung von Prozessketten im Übergang von Schule in Ausbildung und Arbeit zur Integration von jugendlichen Geflüchteten

Input: Stefanie Rettmer, Projektleiterin IQ Netzwerk Brandenburg; Moderation: Katja Stephan, Dozentin FH Potsdam

Ergebnisse des Workshops:

Was funktioniert gut in der Migrationsarbeit?

  • Beratung
  • Zusammenarbeit Beratungstellen + GU
  • mehr Angebote an Sprachkursen
  • besserer Beratungsschlüssel /insgesamt aber noch nicht befriedigend
  • Gemeinschaftsprojekte MigrantInnen – Deutsche
  • Familieneinbeziehung in KITAS
  • Frauen in Multiplikatorenrolle – gut für das Selbstbewusstsein
  • Integration durch Sport
  • Kontoeröffnungen für jeden möglich
  • größere Akzeptanz in der Bevölkerung
  • Vernetzung der Akteure im NTI
  • gute Lernerfolge bei Projekten

Was funktioniert nicht gut?

  • Aufteilung der geflüchteten Menschen
  • zeitliche Dauer in der GU oft zu lang
  • Personalschlüssel für Sozialarbeiter viel zu hoch – Einzelhilfe dadurch oft nicht möglich
  • zuviel Bürokratie
  • Kinder- und Jugendhilfe abgegrenzt von deutschen Jugendlichen
  • Kontakte zwischen geflüchteten Menschen und Deutschen erschwert
  • Migration von Deutschen entwickelt und geht oft am Bedarf vorbei
  • Interkulturelle Öffnung der Behörden notwendig
  • Bereitstellung von Gesundheitskarte und Arbeitserlaubnis
  • Kooperation der Helferinitiativen untereinander
  • mangelnder Integrationsbeirat
  • Helfernachwuchs
  • mangelnde rechtliche Beratung
  • Zusammenarbeit zwischen Beratungsstellen und Behörden
  • Selbstverwaltung in den GU

Was muss verbessert werden?

  • Methodepool in einer freizugänglichen Dropox, um Ergebnisse zu sammeln und Austausch zu erleichtern
  • Einführung der Gesundheitskarte
  • funktionierende AG Wohnen in Zuständigkeit des LK Mol überführen
  • Alltagstaugliche Deutschkurse anbieten
  • Schaffung eines Arbeitgeberstammtisches um Jobchancen von Geflüchteten wesentlich zu erhöhen und Bereitschaft des Arbeitsmarktes zu erkennen
  • Verbesserung Zusammenarbeit Akteure und Behörden
  • bessere Betreuungsschlüssel
  • Kontinuität bei der Aufrechterhaltung der Deutschkenntnisse
  • Vertrauen der Behörden zu den Sozialarbeitern muss verbessert werden
  • Psychologische Betreuung von Traumaklienten ausbauen
  • Gender Arbeit

 

Zukunftswerkstatt zur aktuellen Lebenssituation von MigrantInnen um gemeinsam zu überlegen was notwendig ist, um hier gut leben zu können und in der Gesellschaft geachtet zu werden

Moderation: Angela Fleischer, Regionalreferentin für Bildung und Integration RAA Brandenburg, NL Frankfurt/Oder und Agata Czarkowska

Ergebnisse des Workshops:

Der Workshop durchlief mit den Teilnehmenden mehrere Phasen. Er startete mit der Phantasiephase, in der die Teilnehmenden beschreiben und visualisieren sollten, welches Bild sie mit Deutschland verbinden. Antworten gingen über Angela Merkel als politische Säule für Geflüchtete über das deutsche Essen, den Sport und die Wahrung von Frauenrechte.

Kritikphase: mit welchen negativen Aspekten sahen sich die Teilnehmenden bis dato konfrontiert?

  • wenig Wertschätzung (konkret bei tatsächlich geleisteter Arbeit – Geld aus Praktika ging an Jobcenter)
  • ablehnende Haltung der Mitarbeiter des Sozialamtes
  • andere Regelungen in MOL im Vergleich zum Rest des Landes (Gesundheitskarte/Konten)
  • Wohnung ohne Aufenthaltstitel nicht möglich
  • lange Wartezeiten bei Ärzten / LK Mitarbeiter prüfen ob Facharzttermin notwendig ist oder nicht
  • rassistische Kontrollen durch die Polizei
  • Veränderung der Aufnahmebereitschaft
  • lange Zeiten ohne Beschäftigung
  • lange Verfahrenszeiten ohne Klärung
  • Ausländerfeindlichkeit und Gewalt
  • wenig Unterstützung von der Polizei
  • Beschuldigung und Strafen die nicht gerecht sind
  • verbale Gewalt und Beschimpfungen
  • Ablehnung aufgrund anderen Kultur
  • Bürokratie, Amtssprache, Formulare in deutscher Sprache

Was hilft?

  • Sprachkurse
  • Kontakt zu Deutschen
  • mit deutschen Menschen reden
  • Deutsches Radio/TV/Zeitung lesen
  • Bildungsangebot und Fördermöglichkeiten
  • Freizeitangebote (Musik, Sport)
  • Rechte und Pflichten kennen
  • Beratungsstellen und Sozialarbeit
  • Sammlung von Informationen (Politik, Kultur, Ökonomie)
  • ehrenamtliche Helfer und unterstützende Nachbarn
  • Spenden und Hilfsbereitschaft (mehr gute Leute als schlechte)
  • Medizinische Betreuung kostenlos
  • Unterbringung und Unterstützung
  • Integration der 1. Generation der Flüchtlinge jetzt unterstützen – notwendig für alle

 

 

 

22. September 2017

  DSC0525Landrat Turek I

Referat des Landrats Mariusz Seńko aus Turek im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Turek und Märkisch-Oderland

Die Präsentation gab Informationen über die regionale Lage des Landkreises sowie die wichtigsten sozialen, bildungspolitischen und wirtschaftlichen Besonderheiten:

  • Landkreis Turek gliedert sich in 9 Gemeinden
  • die früher stark landwirtschaftlich geprägte Ökonomie wurde in den 50iger Jahren von der Textilindustrie abgelöst
  • Wirtschaftsboom erfolgte zur selben Zeit mit dem Abbau von Braunkohle – dies ist nun nicht mehr zeitgemäß und der Landkreis setzt auf erneuerbare Energien (Thermalwasserquellen, Umweltschutz und passive Bauweise)
  • zweites Wirtschaftsstandbein der Region ist die Industrie, die sich auf Wissen stützt – gerade der IT Bereich ist stark ausgebaut und setzt auf Export
  • Implementierung in Bildung bereits im frühpädagogischen Bereich – Schulungen und Seminare für Kinder und Jugendliche um Interesse an Technik und Mathematik zu fördern und somit Nachwuchskräfte zu sichern
  • bildungspolitisch wird bereits im Grundschulalter auf Mehrsprachigkeit gesetzt – diese Mehrsprachigkeit in mind. 2 Sprachen (Deutsch und Englisch) wird 12 Jahre aufrechterhalten um mind. B2 Niveau zu erreichen
  • um sprachliche Kompetenzen mit sozialem Austausch zu verbinden setzt man auf Partnerschaften mit deutschen Schule und Unternehmen

 

Markt der Möglichkeiten – Aussteller

  1. Kompetenzagentur MOL – Stiftung SPI
    • Angebot: Jugend stärken im Quartier
    • Ziel ist es Jugendliche mit problematischen sozialen Hintergründen im Alter zwischen 15-26 Jahren auf ihrem Ausbildungsweg zu begleiten
    • Standorte in Seelow, Bad Freienwalde und Strausberg
  2. Europe Direct Informationszentrum Frankfurt/Oder
    • Liefert komprimierte Informationen rund um die EU für BürgerInnen und SchülerInnen
    • Kostenfreies, unterrichtsbegleitendes Infomaterial kann auch in größeren Mengen abgerufen werden (viele Informationen auch auf Polnisch)
  3. Märkische Beratung / Seelow
    • Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche, Eltern
    • Neutrale Beratungsagentur
  4. IQ Netzwerk Brandenburg
    • Integration durch Qualifikation
    • Anlaufstelle für MigrantInnen, Unternehmen, Sozialarbeiter etc.
  5. Johanniter
    • Migrationsarbeit
  6. Caritas Strausberg
    • Migrations- und Flüchtlingsarbeit
    • Beratung in punkto Aufenthalt, Perspektivsicherung, Schuldner- und Insolvenzberatung, Jugendhilfe, Suchtprävention etc.
  7. Schulprojekt „Schule des Lebens“
    • Von SchülerInnen initiierte Firma mit breit gefächerten Angebot (Garten- und Handwerksarbeiten)
  8. Stiftung Lebenslanges Lernen
    • Bildungsangebote für Jugendliche als auch NPO´s
  9. IB gGmbH
    • Information über Freiwilligendienste
    • Migrations- und Integrationsarbeit
  1. Jobcenter MOL
    • Städtischer Träger der Grundsicherung
  2. Berlin Brandenburger Landjugend e.V.
    • Bildungs- und Jugendarbeit sowie Theaterprojekte mit zugewanderten Familien
  3. Schloss Trebnitz e.V.
    • Bildungs- und Begegnungsstätte
    • Internationales Jugendcafé im Dorfladen – von Jugendlichen geführt
  4. HORYZONTY
    • polnischer Träger für nonformelle Bildung
    • Sprachkurse / Angebote für Senioren
    • Internationale Austauschprogramme

 

 

 

 

 

 

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