Dokumentation

 

14. Integrationsfachtag - „Lebensort Märkisch-Oderland?“

15. September 2016
STIC Strausberg, Garzauer Chaussee 1, 15344 Strausberg

 

 

Tagesmoderation

moderation

Christian Raschke, "Vielfalt Gestalten"

 

Input

Lebensperspektive von geflüchteten Menschen in MOL  – Willkommenskreis Neuhardenberg e.V., mit Simon Negasi, Hellen Teame, Christian Ngouzet, Melake Mhretab, Amaniel Semere, Kibreab Haile

 

Eröffnung des Fachtages

Marion Nowak

Marion Nowack, Beirat Netzwerk für Toleranz und Integration

"Nicht wir schaffen das - sondern wir machen das! Jeden Tag!"

 

Grußworte

Gernot Schmidt

Gernot Schmidt, Landrat Landkreis Märkisch-Oderland

"Ohne das Engagement der Bevölkerung im Landkreis, wäre die Krisensituation der Geflüchteten nicht gemeistert worden. Trotz sinkender Flüchtlingszahlen können wir nicht hoffen, dass der Kelch an uns vorbei geht. Wir müssen vielmehr Konzepte und Problemlösungsstrategien für die Zukunft entwickeln!"

 

1. Fachvortrag "Das neue Integrationsgesetz des Bundes"

Peter Knoesel

Prof. Dr. Peter Knösel, Fachhochschule Potsdam

Zusammenfassung

- Integration ist eine Frage von Jahren und nicht kurzfristig umsetzbar
- Geduld und Gelassenheit müssen Wegbegleiter sein, um langfristige Erfolge zu garantieren
- Grundlagen des Asylrechts gliedert sich in 4 Grundpfeiler
    1. Grundgesetz
    2. Genfer Konvention
    3. subsidärer Schutz im Aufenthaltsgesetz
    4. nationaler Abschiebeschutz
- nach Zusammenbruch des Ostblocks wurde das Asylrecht im Grundgesetz durch Einschränkungen erweitert
    - sicherer Drittstaat - kein Asyl in Deutschland, wenn vorher ein sicherer Drittstaat betreten wurde
    - sicherer Herkunfstaat
    - Dublin III Verordnung
- was ändert sich nach dem neuen Integrationsgesetz des Bundes?
    - Ausweisungsverschärfung bei Straftaten, die bis zu einem Jahr geahndet werden
    - erleichterte Abschiebehaft
    - beschleunigtes aber unpersönliches Asylentscheidungsverfahren
    - Erschwerung des Familiennachzuges
    - ab 01.01.2016 gilt für alle mit einem genehmigten Asylantrag eine Residenzpflicht in dem Bundesland, in dem der Antrag genehmigt wurde

Download Präsentation (PPT)

 

2. Fachvortrag "Gelingen der Integration von geflüchteten Menschen in MOL"

Sandra Weinert

Sandra Weinert, Studentin Alice Salomon Hochschule Berlin

Zusammenfassung

Merkmale einer gelungenen Integration
- Sicherheit im Umgang mit der Sprache
- Kontakte zu AnwohnerInnen
- Teilnahme am kulturellen Geschehen des Ortes
- Tätigkeit (Schule/Arbeit)
- Gefühl des Willkommensseins

Stichprobe von Dezember 2015-Juli 2016: insgesamt 43 TeilnehmerInnen ab 14 Jahre aus Flüchtlingsunterkünften in MOL
- 42 von 43 haben Interesse an einem weiterführenden Sprachkurs
- Kontakte zu AnwohnerInnen sind vorhanden aber ausbaufähig
- 70 % der Befragten gehen keiner Tätigkeit nach (Arbeit/Schule)
- der Großteil wünscht sich eine Zukunft in Deutschland und fühlt sich willkommen

Download Präsentation (PPTX)

 

Workshops

 

1. Workshop - Soziale Integration von Geflüchteten und die Perspektiven für lebendige Gemeindeentwicklung (Sozialregionen Nord und Ost)

Moderation: Robin Kendon, Mobiles Beratungsteam

- Soziale Integration benötigt: Bildung, Beruf, Sprache, Freizeitgestaltung, die Findung einer neuen Identität, soziale Kontakte, Akzeptanz, Respekt, Offenheit, Öffentlichkeitsarbeit in der Gemeinde
- um all das zu gewährleisten benötigt es Schlüsselpersonen, die Hilfestellung leisten, vermitteln und übersetzen
- Welcome Check des Projektes Rewenio vom vergangenen Integrationsfachtag 2015 - was ist adaptierbar?
- Ortsvergleich Golzow - Lüdersdorf
- Golzow: in den Punkten Willkommen, Verwaltung, Gesundheit, Bildung schon gute Ergebnisse - bei Freizeitgestaltung, Wohnen, Berufsperspektiven und Infrastruktur noch ausbaufähig
- Lüdersdorf: in allen Punkten noch viele Baustellen aufgrund der geringen Größe und mangelnden Infrastruktur

 

2. Workshop - Soziale Integration von Geflüchteten und Perspektiven für lebendige Gemeindeentwicklung (Sozialregionen Mitte und West)

Moderation: Fabian Brauns, Kreis- Kinder- und Jugendring MOL

- wie kriegt man Leute mit und ohne Migrationshintergrund zusammen?
- Kontakte über Familien, Gruppen direkt ansprechen, neutrale Ebene finden
- Interessen filtern (Kulturküche, Sport und Spielfest Hegermühle, Nachbarschaftsgarten)
- Hinweis auf Förderungsmöglichkeiten (LAP, Lokale Aktionsgruppe, Jugendamt, Aktionskasse, Tolerantes Brandenburg)
- Hilfe zur Selbsthilfe und im richtigen Moment loslassen

 

3. Workshop - Wohnen in und nach der Gemeinschaftsunterkunft - Informationen und Begleitung für Geflüchtete entwicklen

Moderation: Angela Fleischer, RAA, Milena Manns (Wohnungswirtschaft Frankfurt/Oder)

- wo stehen wir aktuell?: Lärm am Abend, viele Besucher
- was ist bisher gut gelaufen und was nicht?: Geduld aufbringen und begleiten, Erklärungen in der Herkunftssprache, Patenschaften und ehrenamtliche Helfer
- was ist in nächster Zeit zu tun?: Kontakte zu Deutschen, Wohnungsmanagement nötig, Vorbereitung auf eigenen Wohnraum in den Heimen fehlt
- hierzu gibt es von der Wohnungswirtschaft eine Schulung zum Thema Wohnfähigkeit, in der u.a. richtiges Lüften, Heizen, Müllentsorgung und die Hausordnung durchgenommen wird

 

4. Workshop - Arbeiten in Deutschland -Chancen und Risike für Geflüchtete und ArbeitgeberInnen

Moderation: Sascha Quäck, Stiftung SPI

- Erfahrungen:Sprachkompetenz oft niedrig, vergangene Berufserfahrungen schwer messbar, Anerkennung von Berufsabschlüssen schwierig
- Baustellen: Flüchtlinge brauchen einen Behördencoach, Dokumente aus Herkunfsländern können oft nicht beschaffen werden,Analphabetismus
- Praxis: IQ Netwerk - Verifizierung von Abschlüssen durch IHK FFO, Anerkennung von Abschlüssen im Handwerk durch die Handwerkskammer, Schaffung von regionaler Mobilität durch den Rufbus

 

Weitere Bilder vom Fachtag

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