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Dokumentation

 

15. Integrationsfachtag - „Lust auf Zukunft“

21/22. September 2017
Schloss Trebnitz, Bildungs- und Begegnungszentrum e.V., Platz der Jugend 6, 15374 Müncheberg OT Trebnitz

 

 

Gesamtmoderation des Fachtages

Moderation III

Kristin Draheim – Regionalreferentin für Bildung und Integration RAA Brandenburg, NL Frankfurt/Oder

 

21. September 2017

Begrüßung

Kerstin

Kerstin Dickhoff – Koordinatorin Netzwerk für Toleranz und Integration

 

Schmidt Mller I

Sandra Schmidt – Vorstandsvorsitzenden KKJR MOL e.V.

„Der Integrationsfachtag feiert sein 15jähriges Jubiläum. Diese Zeitspanne ist für einen Fachtag einzigartig und etabliert den Integrationsfachtag zur Marke im Landkreis.“

Darius Müller – Leiter Bildungs- und Begegnungsstätte Schloss Trebnitz

„Der Fachtag feiert seine Premiere im Schloss als auch in der Partnerschaft mit Großpolen. Ich wünsche uns in den kommenden 2 Tagen neue Ideen und Kooperationen. Für Lösungen gibt es kein Geheimrezept, wir müssen gesprächsbereit sein und uns nicht aus den Augen verlieren.“

 

Grußworte

Landrat MOL II

Gernot Schmidt – Landrat Landkreis Märkisch-Oderland

„Der Integrationsfachtag steht in der Tradition relevante gesellschaftliche Fragen zu behandeln wie bspw. Inklusion, Kinderarmut, Zuwachs, Zusammenleben von Jung und Alt aber auch die deutsch-polnische Zusammenarbeit. Der Titel des Fachtages „Lust auf Zukunft“ ist deswegen ein ideales Sprachspiel, weil es die Themen an die richtige Stelle setzt, aber gleichzeitig keine Angst vor der Vergangenheit zulässt.

Die kommenden Gespräche bieten die Möglichkeit Problemlagen zu benennen und auch anzuerkennen, um gemeinsam Lösungen zu generieren. Konflikte haben ihre Berechtigung, müssen aber entsprechend den Herausforderungen und Zielen moderiert werden. Der Fachtag bietet hier bereits zum 15. Mal die Gelegenheit Zukunft aktiv zu gestalten.“

 

Landrat Turek I

Mariusz Seńko – Landrat Landkreis Turek

„Der Integrationsfachtag bietet nicht die erste Gelegenheit das Schloss Trebnitz und seine Arbeit kennenzulernen, wir freuen uns auf die internationale Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen MOL und Turek, einen konstruktiven Erfahrungsaustausch und die gemeinsame praktische Arbeit.“

 

 Lemmermeier II

Dr. Doris Lemmermeier – Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg

Der Integrationsfachtag bietet auch die Möglichkeit Dankbarkeit gegenüber dem Ehrenamt zum Ausdruck zu bringen. Dieses ist eine unverzichtbare Stütze in der Migrationsarbeit und erleichtert das Ankommen in der Region. Trotz Schwierigkeiten in der Integrationsarbeit ist die Stimmung  gut, welches unter anderem der tiefen humanitären Einstellung von Ehrenamtlichen zu verdanken ist. Diese und ihr Engagement sind ein Stützpfeiler der Integration und ein Zeichen gegen Rechtspopulismus und Ausländerfeindlichkeit.“

 

 Matzke I

Michael Matzke – Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

„Demokratieförderung und Integration sind Notwendigkeiten, die keiner Zeitperiode unterworfen sind, da der Bedarf hierfür immer bestehen wird. Dementsprechend ist aktuelles Ziel das Programm „Demokratie Leben“  zu entfristen. Integration kann nur erreicht werden, wenn Begegnungen auf Augenhöhe geschaffen, Gemeinsamkeiten betont und Programme auf örtliche Begebenheiten zugeschnitten werden.“

 

Inputreferat  „Zukunft der ländlichen Regionen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels"

Wolfgang Roik, Vorsitzender der Enquete-Kommission des Landes Brandenburg

Zusammenfassung der wesentlichen Punkte:

  • Enquete Kommission besteht aus 18 Personen (neben parlamentarischen Mitgliedern aus Sachverständige)
  • widmet sich der Bearbeitung spezieller Themen
  • Bürgerumfrage zur Lebenssituation der Menschen im ländlichen Raum:
    • Mehrheit der Befragten ist zufrieden und möchte nicht wegziehen
    • Lebensqualität soll sich aber verbessern (Arbeit, ärztliche Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe)
  • Beteiligungsmöglichkeiten der Bevölkerung: Sitzungen, Live Stream, Dialog Portal

Das vollständige Inputreferat als Powerpointpräsentation finden Sie hier.

 

Workshops

 

„Projektmanagement und Jugendpartizipation“ an konkreten Beispielen

Moderation: Benjamin Meßner

Start des Workshops mit Beispielen aus der Praxis:

  • Projekt Hope aus Köln / durch Sport verbinden, Begleitung von Jugendlichen
  • Ruhr Games / 600 Teilnehmer aus verschiedenen Nationen, Sport und Seminare als Verbindungsglied

Ergebnis des Workshops:

  • Ideenfindung um eigene Projektidee zu generieren bis hin zur Gestaltung dieser
  • Konkret: Senioren als Fachkräfte zu gewinnen, um Vereinsamung vorzubeugen und bereits vorhandenes Potential zu nutzen
    • Vorteil: Wissen wird qualifiziert weitergegeben
    • Generationen im Dialog
    • gibt Senioren Aufgaben im Alltag und beugt Vereinsamung vor
    • was wird benötigt: Begegnungsstätten, Austauschplattform, Finanzen für Personal, Dokumentationen, Webauftritt
  • die im Workshop konzipierte imaginäre Projektidee wurde dem Publikum zur Abstimmung vorgestellt und traf auf mehrheitlichen Zuspruch

 

Ideenschmiede der Sprachanimation

Moderation: Wojcieck Staniewski

  • Angebot an kommunikationsfördernde Übungen für bilaterale Gruppen
  • von Übungen zum Spracherwerb um den interkulturellen Austausch zu erleichtern bis hin zur Methodenvermittlung zur Erleichterung von Sprachlernprozessen
  • Gruppe lebt von Happening und Interaktion, deswegen wurden die einzelnen Schritte erlebt und nicht dokumentiert
  • Bewegung und Interaktion zeichnet Sprachanimation aus
  • als Resultat des Workshops sind Porträtzeichnungen der einzelnen Teilnehmenden entstanden

 

Stadt-Land-Jugendarbeit in Märkisch-Oderland

Input und Moderation: Stefan Hädicke, Jugendförderung MOL & Fabian Brauns, Koordinator Jugendverbandsarbeit in MOL

Der Workshop startete mit einem Faktencheck zur Jugendarbeit im Landkreis und ging über in die Ergebnisse der Diskussion:

Wie kann Jugendarbeit 2030 aussehen?

  • es sind feste Ansprechpartner vorhanden
  • es gibt im ländlichen Raum mobile Jugendclubs, die von der Kommune wie eine feste Einrichtung finanziert werden und die an Freizeiteinrichtungen angedockt sind
  • Anliegen von Jugendarbeit sind bekannt und voll akzeptiert / Lobbyarbeit
  • Kommunen stellen Freiräume für Jugendliche bereit ohne viele Regeln von außen
  • Jugend wird mitgedacht
  • bürgerschaftliches Engagement ist gefördert – Menschen nutzen Räume und Ideen zusammen
  • Zusammenführung von finanziellen Ressourcen

 

Zukunftswerkstatt: Mit Jugendlichen zu Perspektiven der Jugendarbeit im Landkreis MOL

Moderation: Dr. Anja Looke, Kinder- und Jugendsozialarbeiterin Stadt Strausberg

Ergebnisse:

Schule und Sozialarbeit:

  • mehr Zusammenarbeit Schule und Jugendclub
  • mehr Offenheit und Verständnis der Schule
  • Image des Jugendclubs aufbessern
  • bessere Vernetzung der Jugendclubs und Sozialarbeiter
    • Leitende Positionen und Ansprechpartner besser kennzeichnen
  • Publizieren von Veranstaltungen um Attraktivität zu erhöhen (bspw. Schülerzeitung, Aushänge, Web)
  • Integration von Freizeittreffs in Schulen
  • Verbesserung von Verkehrsanbindungen/ÖPNV
  • Forderung: Schulsozialarbeiter an allen Schulen
    • Schaffung von Arbeitsplätzen, Geldmitteln, Fördermaßnahmen

Wie soll unser Traumsozialarbeiter sein?

  • nah an unseren Interessen / „hip“ / jung
  • alternativ
  • nicht immer so ernst
  • verständnisvoll / nicht vorwurfsvoll
  • offen aber nicht laissez faire
  • Taten statt Worte
  • Freiheiten lassen
  • Hilfe bei Problemen

 

Entwicklung von Prozessketten im Übergang von Schule in Ausbildung und Arbeit zur Integration von jugendlichen Geflüchteten

Input: Stefanie Rettmer, Projektleiterin IQ Netzwerk Brandenburg; Moderation: Katja Stephan, Dozentin FH Potsdam

Ergebnisse des Workshops:

Was funktioniert gut in der Migrationsarbeit?

  • Beratung
  • Zusammenarbeit Beratungstellen + GU
  • mehr Angebote an Sprachkursen
  • besserer Beratungsschlüssel /insgesamt aber noch nicht befriedigend
  • Gemeinschaftsprojekte MigrantInnen – Deutsche
  • Familieneinbeziehung in KITAS
  • Frauen in Multiplikatorenrolle – gut für das Selbstbewusstsein
  • Integration durch Sport
  • Kontoeröffnungen für jeden möglich
  • größere Akzeptanz in der Bevölkerung
  • Vernetzung der Akteure im NTI
  • gute Lernerfolge bei Projekten

Was funktioniert nicht gut?

  • Aufteilung der geflüchteten Menschen
  • zeitliche Dauer in der GU oft zu lang
  • Personalschlüssel für Sozialarbeiter viel zu hoch – Einzelhilfe dadurch oft nicht möglich
  • zuviel Bürokratie
  • Kinder- und Jugendhilfe abgegrenzt von deutschen Jugendlichen
  • Kontakte zwischen geflüchteten Menschen und Deutschen erschwert
  • Migration von Deutschen entwickelt und geht oft am Bedarf vorbei
  • Interkulturelle Öffnung der Behörden notwendig
  • Bereitstellung von Gesundheitskarte und Arbeitserlaubnis
  • Kooperation der Helferinitiativen untereinander
  • mangelnder Integrationsbeirat
  • Helfernachwuchs
  • mangelnde rechtliche Beratung
  • Zusammenarbeit zwischen Beratungsstellen und Behörden
  • Selbstverwaltung in den GU

Was muss verbessert werden?

  • Methodepool in einer freizugänglichen Dropox, um Ergebnisse zu sammeln und Austausch zu erleichtern
  • Einführung der Gesundheitskarte
  • funktionierende AG Wohnen in Zuständigkeit des LK Mol überführen
  • Alltagstaugliche Deutschkurse anbieten
  • Schaffung eines Arbeitgeberstammtisches um Jobchancen von Geflüchteten wesentlich zu erhöhen und Bereitschaft des Arbeitsmarktes zu erkennen
  • Verbesserung Zusammenarbeit Akteure und Behörden
  • bessere Betreuungsschlüssel
  • Kontinuität bei der Aufrechterhaltung der Deutschkenntnisse
  • Vertrauen der Behörden zu den Sozialarbeitern muss verbessert werden
  • Psychologische Betreuung von Traumaklienten ausbauen
  • Gender Arbeit

 

Zukunftswerkstatt zur aktuellen Lebenssituation von MigrantInnen um gemeinsam zu überlegen was notwendig ist, um hier gut leben zu können und in der Gesellschaft geachtet zu werden

Moderation: Angela Fleischer, Regionalreferentin für Bildung und Integration RAA Brandenburg, NL Frankfurt/Oder und Agata Czarkowska

Ergebnisse des Workshops:

Der Workshop durchlief mit den Teilnehmenden mehrere Phasen. Er startete mit der Phantasiephase, in der die Teilnehmenden beschreiben und visualisieren sollten, welches Bild sie mit Deutschland verbinden. Antworten gingen über Angela Merkel als politische Säule für Geflüchtete über das deutsche Essen, den Sport und die Wahrung von Frauenrechte.

Kritikphase: mit welchen negativen Aspekten sahen sich die Teilnehmenden bis dato konfrontiert?

  • wenig Wertschätzung (konkret bei tatsächlich geleisteter Arbeit – Geld aus Praktika ging an Jobcenter)
  • ablehnende Haltung der Mitarbeiter des Sozialamtes
  • andere Regelungen in MOL im Vergleich zum Rest des Landes (Gesundheitskarte/Konten)
  • Wohnung ohne Aufenthaltstitel nicht möglich
  • lange Wartezeiten bei Ärzten / LK Mitarbeiter prüfen ob Facharzttermin notwendig ist oder nicht
  • rassistische Kontrollen durch die Polizei
  • Veränderung der Aufnahmebereitschaft
  • lange Zeiten ohne Beschäftigung
  • lange Verfahrenszeiten ohne Klärung
  • Ausländerfeindlichkeit und Gewalt
  • wenig Unterstützung von der Polizei
  • Beschuldigung und Strafen die nicht gerecht sind
  • verbale Gewalt und Beschimpfungen
  • Ablehnung aufgrund anderen Kultur
  • Bürokratie, Amtssprache, Formulare in deutscher Sprache

Was hilft?

  • Sprachkurse
  • Kontakt zu Deutschen
  • mit deutschen Menschen reden
  • Deutsches Radio/TV/Zeitung lesen
  • Bildungsangebot und Fördermöglichkeiten
  • Freizeitangebote (Musik, Sport)
  • Rechte und Pflichten kennen
  • Beratungsstellen und Sozialarbeit
  • Sammlung von Informationen (Politik, Kultur, Ökonomie)
  • ehrenamtliche Helfer und unterstützende Nachbarn
  • Spenden und Hilfsbereitschaft (mehr gute Leute als schlechte)
  • Medizinische Betreuung kostenlos
  • Unterbringung und Unterstützung
  • Integration der 1. Generation der Flüchtlinge jetzt unterstützen – notwendig für alle

 

 

 

22. September 2017

  DSC0525Landrat Turek I

Referat des Landrats Mariusz Seńko aus Turek im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Turek und Märkisch-Oderland

Die Präsentation gab Informationen über die regionale Lage des Landkreises sowie die wichtigsten sozialen, bildungspolitischen und wirtschaftlichen Besonderheiten:

  • Landkreis Turek gliedert sich in 9 Gemeinden
  • die früher stark landwirtschaftlich geprägte Ökonomie wurde in den 50iger Jahren von der Textilindustrie abgelöst
  • Wirtschaftsboom erfolgte zur selben Zeit mit dem Abbau von Braunkohle – dies ist nun nicht mehr zeitgemäß und der Landkreis setzt auf erneuerbare Energien (Thermalwasserquellen, Umweltschutz und passive Bauweise)
  • zweites Wirtschaftsstandbein der Region ist die Industrie, die sich auf Wissen stützt – gerade der IT Bereich ist stark ausgebaut und setzt auf Export
  • Implementierung in Bildung bereits im frühpädagogischen Bereich – Schulungen und Seminare für Kinder und Jugendliche um Interesse an Technik und Mathematik zu fördern und somit Nachwuchskräfte zu sichern
  • bildungspolitisch wird bereits im Grundschulalter auf Mehrsprachigkeit gesetzt – diese Mehrsprachigkeit in mind. 2 Sprachen (Deutsch und Englisch) wird 12 Jahre aufrechterhalten um mind. B2 Niveau zu erreichen
  • um sprachliche Kompetenzen mit sozialem Austausch zu verbinden setzt man auf Partnerschaften mit deutschen Schule und Unternehmen

 

Markt der Möglichkeiten – Aussteller

  1. Kompetenzagentur MOL – Stiftung SPI
    • Angebot: Jugend stärken im Quartier
    • Ziel ist es Jugendliche mit problematischen sozialen Hintergründen im Alter zwischen 15-26 Jahren auf ihrem Ausbildungsweg zu begleiten
    • Standorte in Seelow, Bad Freienwalde und Strausberg
  2. Europe Direct Informationszentrum Frankfurt/Oder
    • Liefert komprimierte Informationen rund um die EU für BürgerInnen und SchülerInnen
    • Kostenfreies, unterrichtsbegleitendes Infomaterial kann auch in größeren Mengen abgerufen werden (viele Informationen auch auf Polnisch)
  3. Märkische Beratung / Seelow
    • Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche, Eltern
    • Neutrale Beratungsagentur
  4. IQ Netzwerk Brandenburg
    • Integration durch Qualifikation
    • Anlaufstelle für MigrantInnen, Unternehmen, Sozialarbeiter etc.
  5. Johanniter
    • Migrationsarbeit
  6. Caritas Strausberg
    • Migrations- und Flüchtlingsarbeit
    • Beratung in punkto Aufenthalt, Perspektivsicherung, Schuldner- und Insolvenzberatung, Jugendhilfe, Suchtprävention etc.
  7. Schulprojekt „Schule des Lebens“
    • Von SchülerInnen initiierte Firma mit breit gefächerten Angebot (Garten- und Handwerksarbeiten)
  8. Stiftung Lebenslanges Lernen
    • Bildungsangebote für Jugendliche als auch NPO´s
  9. IB gGmbH
    • Information über Freiwilligendienste
    • Migrations- und Integrationsarbeit
  1. Jobcenter MOL
    • Städtischer Träger der Grundsicherung
  2. Berlin Brandenburger Landjugend e.V.
    • Bildungs- und Jugendarbeit sowie Theaterprojekte mit zugewanderten Familien
  3. Schloss Trebnitz e.V.
    • Bildungs- und Begegnungsstätte
    • Internationales Jugendcafé im Dorfladen – von Jugendlichen geführt
  4. HORYZONTY
    • polnischer Träger für nonformelle Bildung
    • Sprachkurse / Angebote für Senioren
    • Internationale Austauschprogramme

 

 

 

 

 

 

Dokumentation des Fachtags am 30.05.13 im Kreiskulturhaus Seelow

 

Am 30.05.2013 lud das Netzwerk für Toleranz und Integration (NTI) bereits zum 11. Mal zum inzwischen schon traditionellen Integrationsfachtag ein. Thema des diesjährigen Fachtags lautete „Miteinander Inklusion gestalten“ und bot die Möglichkeit mit kompetenten PartnerInnen der Region zu diskutieren, den Blickwinkel für das Thema Inklusion zu erweitern und gemeinsam Lösungsvorschläge gegen bestehende Vorurteile zu erarbeiten.

Inklusion, ein Thema was uns alle angeht, durchdringt es doch alle Bereiche des Lebens wie die Arbeitswelt, unsere Freizeit und vor allem, die Bildung. Der Integrationsfachtag bot neben Impulsen bspw. durch das Referat „Inklusion und inklusive Gesellschaft – alter Wein in neuen Schläuchen“ von Alfred Roos, Geschäftsführer der RAA Brandenburg, auch die Möglichkeit des direkten Dialogs. Mit der Methode Worldcafé wurde an 6 Tischen zu unterschiedlichen Themen diskutiert und argumentiert. Die Arbeitsbereiche umfassten die Inhalte Kinder- und Jugendarbeit, Schule von morgen, Arbeit und Wirtschaft, Inklusion im Gemeinwesen, Freizeit sowie „Die wollen wir hier nicht“ – wie gehen wir mit Ängsten und Vorurteilen um.

Durch das Veranstaltungsprogramm führte Kerstin Niebsch als Moderatorin.

 

Begrüßung & Tagesmoderation

Kerstin Niebsch (Prokuristin der Kultur GmbH MOL)

11. Integrationsfachtag - Bilder

 

Grußworte

Lutz Amsel

Lutz Amsel, 1. Beigeordneter des Landrates

Inklusion, ein Thema was aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden kann und bei dem vermehrte, gemeinsame Anstrengung notwendig ist, um diese gemeinsam zu gestalten, so führte Lutz Amsel in seiner Begrüßungsansprache aus. Dafür ist es notwendig, neue TeilhaberInnen zu organisieren, was wiederum neben dem dafür essentiellen Engagement vor allem auch finanzielle Unterstützung erfordert. Gerade im Bereich Bildungswesen ist das derzeitige Tempo politisch bedingt eher gebremst. Dies ist einer schwierigen Umsetzung von Inklusion im Bildungsbereich geschuldet, da eine professionelle Ausbildung sowie Umbau von Schulen/KITAS zwingend notwendig sind, um inklusive Bildung nachhaltig zu gestalten. Aber es geht voran, man will „nicht nur Zuschauer sein“ betonte Amsel und verwies auf die neu gegründete Steuerungsgruppe für FörderschülerInnen. Die Anstrengungen enden allerdings nicht im Bildungswesen, gerade die Frage „Was passiert mit Menschen mit Behinderung, wenn sie ins Seniorenalter eintreten“ muss hinreichend geklärt werden und der Fachtag sollte genutzt werden, um diese und andere Problemstellungen kritisch zu hinterleuchten.

 

Jürgen Dusel

Jürgen Dusel, Behindertenbeauftragter des Landes Brandenburg

Das Motto „Inklusion gemeinsam gestalten“ ist gut gewählt, denn Inklusion ist ein Aspekt, der alle Menschen gleichermaßen anspricht, geht es doch primär um die Umsetzung von elementaren Bürgerrechten. Fragestellungen wie: Wo lebe ich? Wann gehe ich wo hin? Mit wem gestalte ich mein Leben? Dies alles sind Punkte für uns, die wir als selbstverständlich nehmen, für Menschen mit Behinderung aber alles andere als automatisch realisierbar sind obwohl sie die gleichen Bürgerrechte besitzen wie Menschen ohne Behinderung. Hier ist es Staatsaufgabe, und zwar von allen staatlichen Ebenen, dafür zu sorgen, dass auch Behinderten die gleichen Partizipationsmöglichkeiten am gesellschaftlichen Leben eingeräumt werden. Bildung spielt hier eine wichtige Rolle, stellt aber nur einen Mosaikstein im Themenkomplex Inklusion dar, denn, nur 9 % aller Menschen mit Behinderung werden tatsächlich mit dieser geboren. Die restlichen 91 % erwerben diese erst durch Krankheit oder Unfall im Laufe ihres Lebens und zwar dann, wenn die eigentliche primäre Schulbildung schon abgeschlossen ist. Partizipation sollte ernst genommen und betrieben werden, um gemeinsam einen inklusiven Sozialraum zu gestalten. Mit den Leuten ins Gespräch kommen, die von der Thematik auch tatsächlich berührt werden um so stereotypische Gedanken abzubauen. Viel ist hierfür schon getan worden in den letzten 23 Jahren, Förderschulen sowie Wohn- und Betreuungsformen sind entstanden. Das bereits Erreichte sollte deshalb nicht klein geredet werden, sondern vielmehr als gute Ausgangslage betrachtet werden, über die gemeinschaftlich diskutiert werden kann inwieweit diese, für die nächsten 23 Jahre noch tragbar ist.

 

Marion Nowack

Marion Nowack, Beirat Netzwerk für Toleranz und Integration (NTI)

Was bedeutet eigentlich Inklusion? Ist dies gleichzusetzen mit dem allseits bekannten All Inclusive Urlaub, in dem man sich kulinarisch verwöhnen lassen kann, mit viel Komfort und Personal, die einem das Leben erleichtern? Inklusion ist ein Programm für den gesamten Lebenslauf eines Menschen mit Behinderung und ist dadurch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Frage ist nur, schafft es die Gesellschaft auch, dieser umfangreichen Aufgabe gerecht zu werden? Was passiert tatsächlich mit Kindern und Jugendlichen, die kognitiv eingeschränkt sind? Reichen allein Behindertenrampen aus, um Inklusion zu gestalten oder wer trägt die Kosten? Der Integrationsfachtag bietet den richtigen Rahmen, um über genau diese Aspekte nachzudenken, Erfahrungen miteinzubringen und gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten.

 

Andreas Raböse

Andreas Raböse, KKJR MOL e.V.

Der große Aufgabenbereich der Inklusion kann nur dann nachhaltig gestaltet werden, wenn eben diese “Wenn und Abers” gestrichen werden. Nutzen wir heute die Gelegenheit auf dem 11. Integrationsfachtag, gemeinsam daran zu arbeiten, dass Inklusion so selbstverständlich wird wie die Mehrwertsteuer.

 

 
Inklusion und inklusive Gesellschaft - Alter Wein in neuen Schläuchen?

Impulsreferat

Alfred Roos
Alfred Roos, Geschäftsführer der RAA Brandenburg

An erster Stelle muss dem Netzwerk für Toleranz und Integration (NTI) als Bestandteil des Kreis- Kinder- und Jugendrings MOL e.V. Dank ausgesprochen werden. Dank für das Durchhaltevermögen, einen Fachtag in diesem Umfang nun bereits schon im 11. Jahr durchzuführen. Dank für den Mut, immer wieder verschiedene, gesellschaftliche Themen, teilweise auch kontrovers, auf die Agenda zu nehmen und zu diskutieren.

Manuskript (PDF, 582 Kb)

Präsentation (PPS, 1 Mb)

 

 
Nachdenken über Inklusion in Märkisch-Oderland

Sven Gräßer

Sven Gräßer, Stiftung SPI Brandenburg

Wie sieht es derzeit mit der praktischen Umsetzung von Inklusion in Märkisch-Oderland aus? Ohne irgendeinen Druck von Oben oder einen konkreten Fördermittelgedanken, wurde im OFFI Bad Freienwalde schon vor Jahre Inklusion aus einem Selbstverständnis heraus entwickelt und umgesetzt. Dies zeigt sich in zahlreichen Veranstaltungen oft in Kooperation mit anderen Vereinen und Institutionen (bspw. Familienentlastender Dienst der Stephanus Werkstätten). Der Begriff Inklusion ist, rein theoretisch betrachtet, so komplex und vielfältig, dass es oft abschreckend wirkt tatsächlich in eine Praxisphase einzutauchen. Ein gemeinsamer Dialog, wie auf dem heutigen Fachtag, ist aber unablässig, um inklusive Angebote auch weiterhin praktisch zu realisieren.

 

 
Fazit, Thesen und Forderungen des Worldcafé an 6 Tischen

Worldcafé Tisch 1

Zusammenfassung der Ergebnisse (PDF)

 

Worldcafé Tisch 2

Zusammenfassung der Ergebnisse (PDF)

 

Worldcafé Tisch 3

Zusammenfassung der Ergebnisse (PDF)

 

Worldcafé Tisch 4

Zusammenfassung der Ergebnisse (ODT)

 

Worldcafé Tisch 5

Zusammenfassung der Ergebnisse (PDF)

 

Worldcafé Tisch 6 

Zusammenfassung der Ergebnisse (PDF) 

 

Gedanken zu Inklusion

 


Inklusion - eine unendliche Geschichte?
Zusammenfassung des Tages

Angela Fleischer-Wetzel
Angela Fleischer-Wetzel, RAA Brandenburg

 

 

Dokumentation des Fachtags am 25.09.14 im Kreiskulturhaus Seelow

 

Begrüßung & Tagesmoderation

Grußworte

 

boldau

schmidt

seyfarth

Maik Boldau (IB, Leiter Gemeinschaftsunterkunft Neuhardenberg)

Sandra Schmidt, Vorstand KKJR MOL e.V.

Tobias Seyfarth, Migrationsbeauftragter Landkreis MOL, Mitglied NTI-Beirat

 

 

 

Zuwanderung in Geschichte und Gegenwart

Erfahrungsbericht eines afghanischen Flüchtlings

Deutschland ist wieder Einwanderungsland. Willkommen!

landrat

Rahim Nagibulla

Prof. Dr. Dietrich Thränhardt

Landrat Gernot Schmidt

Rahim Nagibulla

Prof. Dr. Dietrich Thränhardt, Professor em. für Vergleichende Politikwissenschaften und Migrationsforschung, Universität Münster

 

 

Download Präsentation (PPT, 1,6 Mb)

 

 

 
Fazit, Thesen und Forderungen des Worldcafé an 5 Tischen

(Tisch 1 und 4 wurden zusammengelegt aufgrund der inhaltlichen Nähe)

tisch1

Zusammenfassung der Ergebnisse - Flipchart 1

Zusammenfassung der Ergebnisse - Flipchart 2

 

tisch2Thementisch 2: Ablauf und Ergebnisse (PDF)

Vorstellung der Studie „Problemfelder und Informationsbedarfe bei Rekrutierung und Beschäftigung von ArbeitnehmerInnen mit Migrationshintergrund“ (PPTX, 99 KB)

Studie "Arbeitsmarktintegration in Brandenburg - Ergebnisse einer Befragung"

 

tisch3

 

tisch5

Zusammenfassung der Ergebnisse - Flipchart 1

Zusammenfassung der Ergebnisse - Flipchart 2

 

tisch6

 

Weitere Bilder vom 12. Integrationsfachtag in Seelow

 

Dokumentation

 

integrationsfachtag2015

 

 

Begrüßung & Tagesmoderation

moderation

Markus Klein, Mobiles Beratungsteam Potsdam

 

Grußworte

doebrich

Stefan Döbrich, Vorstand KKJR MOL e.V. und Geschäftsführer Jugendwerkstatt Hönow e.V.

 

schmidt

Landrat Gernot Schmidt

 

Referat: Arbeitsmarktintegration von MigrantInnen und Flüchtlingen

Gerloff

Volker Gerloff, Rechtsanwalt, Berlin

Zusammenfassung

  • Vorstellung aktueller statistischer Daten: 6,6 Mio. AusländerInnen zahlen rund 22 Mrd. Euro Steuern
  • dies entspricht einer jährlichen Entlastung von 406 € pro DurchschnittsbürgerIn
  • Zuwanderungsstop bedeutet demnach Steuererhöhung
  • Zugang zum Arbeitsmarkt für Flüchtlinge erschwert
    • Ausländerbehörde stellt Beschäftigungserlaubnis aus aber nur nach abgeschlossener Vorrangprüfung
  • Zugang zu Bildung ist im Gegenzug erleichtert
  • Duldungstitel und Sprachkenntnisse sind Grundvoraussetzung für die Erteilung der Arbeitserlaubnis
  • Problem: Asylrecht ist antiquiert und ein Abwehrrecht aus dem Polizeirecht und primär nicht auf Bleiben konzipiert
  • Hier bedarf es der Politik, dass bestehende System zu reformieren und moderne, kurzfristige Regularien zu definieren

Download Präsentation (PPT)

 

Vorstellung des Modelprojektes „REWENIO“ – Regionale, wirtschafts- und arbeitsmarktbezogene Zu- und Rückwanderung – Aufbau einer Willkommenskultur in Oberösterreich

Pucher

Mag. Anna Pucher, Geschäftsstellenleitung Wels-Eferding

Zusammenfassung

  • Zeitraum des Projektes von Mai-Dezember 2014
  • Projekt wurde auf 2 Regionen angewandt mit dem Ziel, Arbeitskräfte aus dem Ausland zu aquirieren
  • Ganzheitliches Integrationssystem für Fach- und Schlüsselkräfte und deren Familien
  • Prüfung bestehender Angebote vor Ort und Führung von qualitativen Interviews zu Erhebungszwecken + volkswirtschaftliche Kosten Nutzen Analyse
  • Erkenntnisse:
    • Willkommenskultur ist flächendeckend nicht gegeben, punktuell aber teilweise sehr gut vorhanden
    • Instrumente für Zuwanderer (Bsp. Willkommensmappe) sind vorhanden aber teilweise nicht bekannt
    • Vernetzung der Einrichtungen untereinander nicht ausreichend
    • Zukünftig wird die Arbeitskraft nicht allein durch inländische Kräfte bedient werden können, so dass man maßgeblich auf Zuwanderung angewiesen ist
  • Fazit: Folgeprojekt = Übertragung der Inhalte aus dem Modellprojekt + Erhebung von good practice Beispielen und Befragung von Gemeinden und Betrieben

Download Präsentation (PPT)

 

Podiumsdiskussion zum Thema „Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen“ -  Bedarf und Hürden

  • Landrat Gernot Schmidt
  • Dr. Volker Offermann, Referatsleiter, Referat 32 – Frauen, Arbeitsmarkt, Arbeits- und Existenzgründungsförderung im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
  • Dr. Thomas Kühne, Leiter Geschäftsstelle IHK Rüdersdorf
  • Jochen Freyer, Geschäftsführer Agentur für Arbeit Frankfurt(Oder)
  • Torsten Wilke, Bereichsleiter Jobcenter Märkisch-Oderland
  • Eva-Maria Henkel, IB-Internationaler Bund gGmbH
  • Moderation: Dipl.-Ing. Ursula Klingmüller

Nach zwei anregenden Referaten und einer kurzen Pause startete der 13. Integrationsfachtag, der zeitgleich die 2. Demokratiekonferenz des Landkreises darstellte, in die inhaltliche Podiumsdiskussion. VertreterInnen der Politik, Wirtschaft, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Strukturen stellten sich den Fragen der Moderatorin und des Publikums. Rund 1200 AsylbewerberInnen und Flüchtlinge hat der Landkreis Märkisch-Oderland derzeit aufgenommen und die Zuwanderung wird, aufgrund der brisanten politischen Situation im Ausland, nicht abreißen. Die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt steht nach dem Ankommen mit an oberster Priorität und dies spiegelt auch den Wunsch vieler Flüchtlinge dar, die nach Frau Henkel: „mehrheitlich daran interessiert ist zu arbeiten und auch über eine recht gute Selbsteinschätzung über ihre beruflichen Qulifikationen und Kompetenzen verfügt.“

In der Aufgabe, die Flüchtlinge erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren sieht Jochen Freyer die größte Herausforderung seit der Wiedervereinigung und der Wirtschaftskrise 2009. „10-20 % der Flüchtlinge sind kurz- bis mittelfristig integrierbar, mit dem Rest muss langfristig gearbeitet werden“, so Freyer. Um dies zu gewährleisten, muss man erstmal miteinander ins Gespräch kommen, um Potentiale zu erkennen und auch die Bleibetendenz abzuschätzen, denn positive Integration bedeutet auch, einen Mehrwert für den Landkreis zu gewinnen. Gerade was die Arbeitskräftesicherung angeht ist diese erheblich auf Zuwanderung angewiesen. Im Zuge der Überalterung werden in den kommenden Jahren Millionen von Erwerbstätigen wegbrechen und vorhandene Arbeitsplätze schlichtweg nicht besetzt werden. „In diesem Sinne muss Zuwanderung forciert werden und nicht nur geduldet, auch um Deutschland als Wirtschaftmacht zu sichern“, führte Thomas Kühne aus.

Die vorangegangenen Ausführungen wurden auf Nachfrage der Moderatorin Frau Klingmüller aus Sicht des Landes von Herrn Offermann bestätigt. „Um eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt zu gewährleisten muss auch der Bund seine Bemühungen verstärken, gerade was die Sprachausbildung angeht, außerdem ist die Aufnahmebereitschaft von Flüchtlingen als Arbeitnehmer seitens der Wirtschaft noch sehr verhalten“, führte Dr. Volker Offermann vom Landesministerium aus.

Die bisherige Distanziertheit der Wirtschaft gestaltet sich auch was die Arbeitseinsatzgebiete von Flüchtlingen schwierig. „Brandenburger Unternehmen suchen vorrangig Fachkräfte“, sagte Jochen Freyer, „ einfache Jobs, wie bspw. in der Reinigungsbranche oder Gastronomie sind eher in den Großstädten zu finden und auf dem Lande rar.“

Um das Asylverfahren zu beschleunigen arbeitet, laut Landrat Gernot Schmidt, die Ausländerbehörde bereits aktiv mit den einzelnen Arbeitsvermittlungen der JobCenter zusammen. Aber man muss einräumen, dass diese Bearbeitung zu lange dauert und man nur mühsam der Flüchtlingswelle gerecht wird. „Dennoch hat die Bearbeitung der Asylanträge der Flüchtlinge oberste Prioriät“, sagte Schmidt. Bis eine halbwegs erträgliche Wartezeit für die Bearbeitung erreicht wird, bedarf es das umgehende Handeln, auch haushaltstechnisch, von Bund, Land und des Landkreises, um alle Kapazitäten voll auszuschöpfen.

Aber auch infrastrukturell zeigen sich Hürden. Da wo es Arbeit im Landkreis Märkisch-Oderland gibt, nämlich im Zuzugsraum Berlin, hapert es wiederrum infrastrukturell an Wohnraum, Schul- und Kitaplätzen. „Die Flüchtlingswelle muss vor allem auch sozialpolitisch begleitet werden. Wenn wir ressourcenmäßig nicht in der Lage sind, alle angemessen unterzubringen, können wir auch keine langfristige Bleibe garantieren“, führte Schmidt aus.

Konkret wichtig für die Flüchtlinge für die Integration sind vor allem Sprachkenntnisse. „Deutschkurse sollten bereits in jungen Jahren angeboten werden und auf allen Ebenen ansetzten“, fordert Eva-Maria Henkel vom Internationalen Bund. Aber auch die Wartezeit bis zur Erteilung der Arbeitserlaubnis muss gekürzt werden. „Dies ist eine nationale Aufgabe, wenn man sich geschlossen einigen kann auch niedrige Qualifizierung und Abschlüsse anzuerkennen, so kann der Zugang zum Arbeitsmarkt wesentlich erleichtert werden“, erläuterte Gernot Schmidt.

Zukünftig ist noch viel zu tun und dies kann nur durch die Aufbringung aller Kapazitäten und durch die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Strukturen gelingen.

Eine Anmerkung aus dem Publikum wurde von allen Seiten positiv berücksichtigt. Ein ortsansässiger Landwirt unterbreitete den Vorschlag, Flüchtlinge aktiv in die Freiwilligenarbeit zu integrieren. Dadurch könnte die Wartezeit im Asylverfahren konstruktiv überrückt und gleichzeitig erste Sprachkenntnisse aufgebaut werden.

 

Infobörse: Teilnehmer + Angebot

1.    Strausberger Bildungs- und Sozialwerk e.V.
•    berufsbezogene Sprachkurse für Flüchtlinge
•    Praktika als Vorbereitung für den Berufseinstieg
•    Coaching

2.    Caritas Beratungszentrum Strausberg
•    Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer
•    Beratung zu laufenden Asylverfahren
•    Familienzusammenführung

3.    Diakonisches Werk
•    Beratung von jugendlichen Flüchtlingen mit Bleiberecht

4.    CJD Berlin-Brandenburg
•    Migrationsarbeit
•    Wohneinrichtungen für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge
•    Jugendintegrationsarbeit im Raum Berlin mit Hochschulberatung

5.    IQ Netzwerk Brandenburg
•    Beratung zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse
•    Qualifizierungsmaßnahmen für Ingenieure und Krankenpfleger
•    Sprachförderung

6.    Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung Strausberg
•    Lehrgangangebot
•    Beratung zur Erstausbildung
•    Hauptklientel sind Flüchtlinge mit Duldungstitel

7.    IB – Internationaler Bund gGmbH
•    Bereitstellung von Unterkünften für Flüchtlinge in Müncheberg und Neuhardenberg

8.    Deutsche Angestellten Akademie Strausberg
•    Träger von BAMF Kursen
•    Einzelcoachingmaßnahmen für Flüchtlinge

9.    Bundesagentur für Arbeit
•    Einzelberatung + Kooperation mit Firmen der Region

10.    STIC – Wirtschaftsfördergesellschaft
•    Fachkräftesicherung
•    Coachingprojekte rund um berufliche Weiterqualifizierung

11.    IHK Projektgesellschaft
•    Flüchtlinge in der Kompetenzerweiterung unterstützen
•    Kooperationen mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteuren

 

Weitere Bilder vom Fachtag

Dokumentation

 

14. Integrationsfachtag - „Lebensort Märkisch-Oderland?“

15. September 2016
STIC Strausberg, Garzauer Chaussee 1, 15344 Strausberg

 

 

Tagesmoderation

moderation

Christian Raschke, "Vielfalt Gestalten"

 

Input

Lebensperspektive von geflüchteten Menschen in MOL  – Willkommenskreis Neuhardenberg e.V., mit Simon Negasi, Hellen Teame, Christian Ngouzet, Melake Mhretab, Amaniel Semere, Kibreab Haile

 

Eröffnung des Fachtages

Marion Nowak

Marion Nowack, Beirat Netzwerk für Toleranz und Integration

"Nicht wir schaffen das - sondern wir machen das! Jeden Tag!"

 

Grußworte

Gernot Schmidt

Gernot Schmidt, Landrat Landkreis Märkisch-Oderland

"Ohne das Engagement der Bevölkerung im Landkreis, wäre die Krisensituation der Geflüchteten nicht gemeistert worden. Trotz sinkender Flüchtlingszahlen können wir nicht hoffen, dass der Kelch an uns vorbei geht. Wir müssen vielmehr Konzepte und Problemlösungsstrategien für die Zukunft entwickeln!"

 

1. Fachvortrag "Das neue Integrationsgesetz des Bundes"

Peter Knoesel

Prof. Dr. Peter Knösel, Fachhochschule Potsdam

Zusammenfassung

- Integration ist eine Frage von Jahren und nicht kurzfristig umsetzbar
- Geduld und Gelassenheit müssen Wegbegleiter sein, um langfristige Erfolge zu garantieren
- Grundlagen des Asylrechts gliedert sich in 4 Grundpfeiler
    1. Grundgesetz
    2. Genfer Konvention
    3. subsidärer Schutz im Aufenthaltsgesetz
    4. nationaler Abschiebeschutz
- nach Zusammenbruch des Ostblocks wurde das Asylrecht im Grundgesetz durch Einschränkungen erweitert
    - sicherer Drittstaat - kein Asyl in Deutschland, wenn vorher ein sicherer Drittstaat betreten wurde
    - sicherer Herkunfstaat
    - Dublin III Verordnung
- was ändert sich nach dem neuen Integrationsgesetz des Bundes?
    - Ausweisungsverschärfung bei Straftaten, die bis zu einem Jahr geahndet werden
    - erleichterte Abschiebehaft
    - beschleunigtes aber unpersönliches Asylentscheidungsverfahren
    - Erschwerung des Familiennachzuges
    - ab 01.01.2016 gilt für alle mit einem genehmigten Asylantrag eine Residenzpflicht in dem Bundesland, in dem der Antrag genehmigt wurde

Download Präsentation (PPT)

 

2. Fachvortrag "Gelingen der Integration von geflüchteten Menschen in MOL"

Sandra Weinert

Sandra Weinert, Studentin Alice Salomon Hochschule Berlin

Zusammenfassung

Merkmale einer gelungenen Integration
- Sicherheit im Umgang mit der Sprache
- Kontakte zu AnwohnerInnen
- Teilnahme am kulturellen Geschehen des Ortes
- Tätigkeit (Schule/Arbeit)
- Gefühl des Willkommensseins

Stichprobe von Dezember 2015-Juli 2016: insgesamt 43 TeilnehmerInnen ab 14 Jahre aus Flüchtlingsunterkünften in MOL
- 42 von 43 haben Interesse an einem weiterführenden Sprachkurs
- Kontakte zu AnwohnerInnen sind vorhanden aber ausbaufähig
- 70 % der Befragten gehen keiner Tätigkeit nach (Arbeit/Schule)
- der Großteil wünscht sich eine Zukunft in Deutschland und fühlt sich willkommen

Download Präsentation (PPTX)

 

Workshops

 

1. Workshop - Soziale Integration von Geflüchteten und die Perspektiven für lebendige Gemeindeentwicklung (Sozialregionen Nord und Ost)

Moderation: Robin Kendon, Mobiles Beratungsteam

- Soziale Integration benötigt: Bildung, Beruf, Sprache, Freizeitgestaltung, die Findung einer neuen Identität, soziale Kontakte, Akzeptanz, Respekt, Offenheit, Öffentlichkeitsarbeit in der Gemeinde
- um all das zu gewährleisten benötigt es Schlüsselpersonen, die Hilfestellung leisten, vermitteln und übersetzen
- Welcome Check des Projektes Rewenio vom vergangenen Integrationsfachtag 2015 - was ist adaptierbar?
- Ortsvergleich Golzow - Lüdersdorf
- Golzow: in den Punkten Willkommen, Verwaltung, Gesundheit, Bildung schon gute Ergebnisse - bei Freizeitgestaltung, Wohnen, Berufsperspektiven und Infrastruktur noch ausbaufähig
- Lüdersdorf: in allen Punkten noch viele Baustellen aufgrund der geringen Größe und mangelnden Infrastruktur

 

2. Workshop - Soziale Integration von Geflüchteten und Perspektiven für lebendige Gemeindeentwicklung (Sozialregionen Mitte und West)

Moderation: Fabian Brauns, Kreis- Kinder- und Jugendring MOL

- wie kriegt man Leute mit und ohne Migrationshintergrund zusammen?
- Kontakte über Familien, Gruppen direkt ansprechen, neutrale Ebene finden
- Interessen filtern (Kulturküche, Sport und Spielfest Hegermühle, Nachbarschaftsgarten)
- Hinweis auf Förderungsmöglichkeiten (LAP, Lokale Aktionsgruppe, Jugendamt, Aktionskasse, Tolerantes Brandenburg)
- Hilfe zur Selbsthilfe und im richtigen Moment loslassen

 

3. Workshop - Wohnen in und nach der Gemeinschaftsunterkunft - Informationen und Begleitung für Geflüchtete entwicklen

Moderation: Angela Fleischer, RAA, Milena Manns (Wohnungswirtschaft Frankfurt/Oder)

- wo stehen wir aktuell?: Lärm am Abend, viele Besucher
- was ist bisher gut gelaufen und was nicht?: Geduld aufbringen und begleiten, Erklärungen in der Herkunftssprache, Patenschaften und ehrenamtliche Helfer
- was ist in nächster Zeit zu tun?: Kontakte zu Deutschen, Wohnungsmanagement nötig, Vorbereitung auf eigenen Wohnraum in den Heimen fehlt
- hierzu gibt es von der Wohnungswirtschaft eine Schulung zum Thema Wohnfähigkeit, in der u.a. richtiges Lüften, Heizen, Müllentsorgung und die Hausordnung durchgenommen wird

 

4. Workshop - Arbeiten in Deutschland -Chancen und Risike für Geflüchtete und ArbeitgeberInnen

Moderation: Sascha Quäck, Stiftung SPI

- Erfahrungen:Sprachkompetenz oft niedrig, vergangene Berufserfahrungen schwer messbar, Anerkennung von Berufsabschlüssen schwierig
- Baustellen: Flüchtlinge brauchen einen Behördencoach, Dokumente aus Herkunfsländern können oft nicht beschaffen werden,Analphabetismus
- Praxis: IQ Netwerk - Verifizierung von Abschlüssen durch IHK FFO, Anerkennung von Abschlüssen im Handwerk durch die Handwerkskammer, Schaffung von regionaler Mobilität durch den Rufbus

 

Weitere Bilder vom Fachtag

Unsere Partner im Überblick

  • Partner1
  • Partner2

 

Die Interessen des NTI werden durch einen durch die Mitglieder des NTI  bestätigten Beirat vertreten. Dieser setzt sich aus mindestens 5 Personen zusammen. Die Koordinatorin des Netzwerkes ist automatisch Mitglied des Beirates.

Der Beirat ist ein dauerhaft bestehendes Gremium. Dieser trifft die Themenauswahl der viermal jährlich festgelegten Zusammenkünfte nach Dringlichkeit und verständigt sich zwischenzeitlich über aktuelle Handlungsnotwendigkeiten. Der Beirat ist das politische Sprachrohr des NTI und nimmt die Außenvertretung war. Er nimmt im Namen des NTI den Interessenausgleich unter Wahrung der Interna der Mitglieder war. Zur Entscheidungsfindung muss die Mehrheit der Beiratsmitglieder anwesend sein.

Das Netzwerk wird durch den Beirat über seine Arbeit informiert.

 

Mitglieder des Beirats sind:

 

Nachfolgend einige Bilder von unseren Veranstaltungen

 

2014 - Ausstellung über die GU Neuhardenberg

 

28.05.2010 - 10 Jahre NTI

 

2008 - Mitbringparty

 

02.07.2009 - Sitzung und Party

 

2012 - Spielplatzbau in Garzau

 

Sitzung und Grillen

 

Sommerfest in Kunersdorf

 

Die inzwischen traditionellen Integrationsfachtage des NTI sind Höhepunkte des jährlichen Veranstaltungsprogramms.

Mit kompetenten Partnern werden Lösungswege zu aktuellen Themen gesucht, die auch provokant und ungewöhnlich sein dürfen.

 

Die vergangenen Fachtage im Überblick

 

15. INTEGRATIONSFACHTAG

Lust auf Zukunft

21. und 22. September 2017

Flyer

Programm

Dokumentation

 


 

14. INTEGRATIONSFACHTAG

Lebensort Märkisch-Oderland?

15. September 2016

Programm

Dokumentation

 


 

13. INTEGRATIONSFACHTAG

Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen in MOL – Wie kann das gelingen?

24. September 2015

Flyer mit Programmablauf

Dokumentation

 


 

12. INTEGRATIONSFACHTAG

Ankommen um zu bleiben! - Willkommenskultur in Märkisch-Oderland

25. September 2014

Programmablauf

Flyer

Dokumentation

 


 

11. INTEGRATIONSFACHTAG

Miteinander Inklusion gestalten

30. Mai 2013

Flyer

Dokumentation

 


 

10. INTEGRATIONSFACHTAG

Lebenswelten in Märkisch-Oderland

Land mit Visionen

22. September 2011

Flyer

Dokumentation

 


 

9. INTEGRATIONSFACHTAG

Rückblick - Ausblick - Weitblick

Open Space Tagung zum 10jährigen Bestehen des Netzwerkes für Tolereranz und Integration in MOL

23. September 2010

Flyer

Einladung

 


 

8. INTEGRATIONSFACHTAG

Von Akommen bis Zuhause sein

Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in MOL

24. September 2009

Flyer

Dokumentation

 


 

7. INTEGRATIONSFACHTAG

Möglichkeiten ohne Limit

Chancen und Wege für Arbeit und Perspektive

25. September 2008

Flyer

Dokumentation

 


 

6. INTEGRATIONSFACHTAG

Märkisch-Oderland - geradeaus gegen den rechten Weg

20. September 2007

Dokumentation des 6. Integrationsfachtages am 20. September 2007 (2007)

 


 

5. INTEGRATIONSFACHTAG

Kinderarmut in MOL „Zwischen Pausenbrot und Tokiohotel – glückliche Kinder in MOL!?"

Denkanstöße zum Thema Armut bei Kindern und Jugendlichen in Märkisch-Oderland

21. September 2006

Einladung

Dokumentation

 


 

4. INTEGRATIONSFACHTAG

MOL Macht Och Laune – Wege und Visionen von Jung und Alt im ländlichen Raum

25. September 2005

Steckbrief

 


 

3. INTEGRATIONSFACHTAG

Das Abenteuer liegt auf beiden Seiten der Oder, oder?

25. September 2004

Dokumentation

 


 

2. INTEGRATIONSFACHTAG

Integrationsprozesse bei Asylbewerbern – Herausforderung und Vernetzung – Gemeinwesen und Fachdienste

24. September 2003

Einladung

Zusammenfassung

 


 

1. INTEGRATIONSFACHTAG

26. November 2002

Einladung

Dokumentation

 



Das NTI koordiniert, begleitet und berät den Arbeitskreis, der sich aus verschiedenen Trägern und Behörden im Landkreis Märkisch-Oderland zusammen setzt.

Der Arbeitskreis Migration ist ein Zusammenschluss der auf dem Gebiet der Migration in Märkisch-Oderland tätigen Vereine, Wohlfahrtsverbände, Institutionen u.ä.
In ihm sollen alle im Landkreis relevanten Themen im Bereich Migration besprochen werden.
Der Arbeitskreis Migration ist hervorgegangen aus dem Runden Tisch Asyl, der sich am 20.11.2003 als Konsequenz aus 2. Integrationsfachtag Märkisch-Oderland konstituiert hat.

Dieser hatte folgende Ziele:

  • Verbesserung der allgemeinen Lebenssituation von Asylbewerbern und Geduldeten in Märkisch-Oderland
  • Verständnis und Toleranz in der Bevölkerung, der Verwaltung und auf politischer Ebene für die Situation der Asylbewerber wecken


Die Aufgabenfelder des Runden Tisches umfassten zunächst:

  • Beschreibung der Situation der Asylbewerber
  • Thematisierung im Gemeinwesen
  • Bildung einer Interessenvertretung bzw. eines kreisweiten Sprecherrates der Asylbewerber
  • mehr Kommunikation mit den Behörden
  • Transparenz von Entscheidungen der Verwaltung


Schwerpunkte bildeten dabei folgende Themen:

  • Bargeld statt Chipkarten/ Gutscheine/ Sachleistungen
  • Ausgabe und Erteilung von Krankenscheinen
  • Arbeitsgelegenheiten im Heim
  • Residenzpflicht
  • Deutschkurse
  • Erteilung von Arbeitserlaubnissen
  • Fahrscheine
  • Auszug aus dem Heim in eigene Wohnung
  • Leistungskürzung


Die Bildung der Interessenvertretung bzw. Sprecherrates der Asylbewerber ist gescheitert.

Gründe dafür sind u.a.:

  • zu unterschiedliche Erwartungen
  • Einzelfälle sollten nicht am Runden Tisch geklärt werden - allgemeine Probleme wurden angesprochen
  • zu wenig Kontakte unter den Flüchtlingen
  • keine schnellen Veränderungen sichtbar


Spätere Themen:

  • Spielplatzbau in Kunersdorf
  • Schließung des Heimes in Kunersdorf
  • Begleitung des Umzugs nach Waldsieversdorf
  • Probleme und Bedingungen im Heim Waldsieversdorf
  • Druck auf Landkreis - Umzug des Heimes nach Strausberg
  • Einrichtung des neuen Heimes in Garzau entgegen aller Aussagen, dass das Heim nach Strausberg kommen soll
  • Herausgabe des Spielplatzes und Einrichtung eines Grillplatzes in Garzau


Ein thematischer Dauerbrenner war die Einführung von Bargeld statt Chipkarten für die Asylbewerber im Landkreis. Dazu gab es immer wieder Gespräche mit Sozialamtsleiter, Landrat, Sozialdezernenten. Im Jahr 2007 konnten wir dann einen Erfolg verbuchen: Abschaffung der Chipkarten - Zahlung von Bargeld!

Themen aus dem Bereich Flucht / Asyl werden auch in Zukunft ein Arbeitsschwerpunkt des Arbeitskreises Migration sein:

  • Unterbringungssituation im Heim
  • Kinder im Heim
  • Betreuung und Beratung im Heim
  • Transparenz seitens des Landkreises und Betreibers
  • Deutschkurse
  • Arbeitsgelegenheiten
  • Residenzpflicht
  • Krankenscheine
  • Fahrtkosten
  • Information der Flüchtlinge zu verschiedenen Themen
  • Einbeziehung der Flüchtlinge in verschiedene Projekte
  • Arbeitserlaubnis
  • Altfallregelung


Allerdings ist der Themenbereich des Arbeitskreises weiter gefasst:

  • Interkulturelle Öffnung der Regeldienste, Behörden und Verwaltung
  • Partizipation von Migranten im Gemeinwesen
  • Sensibilisierung von Bildungseinrichtungen für Situation von Migranten (Kita, Schule, Berufsausbildung)
  • Qualifizierung von Migranten gemäß Fördermaßnahmen nach SGB II und III
  • Problemlagen von Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf Grundlage des Gutachtens


Im Arbeitskreis Migration arbeiten folgende Institutionen mit:

  • Netzwerk für Toleranz und Integration
  • Landkreis Märkisch-Oderland (Sozialamt)
  • Landkreis Märkisch-Oderland (Ausländerbeauftragte)
  • Landkreis Märkisch-Oderland (Ausländerbehörde)
  • Sozialpark Märkisch-Oderland (Träger Asylbewerberheim)
  • RAA Frankfurt (Oder) (Berater)
  • Caritas (Migrantenberatung Strausberg)
  • Diakonie (Jugendmigrationsdienst)

 

Das NTI - ein starkes Bündnis für Märkisch-Oderland!

Wer sind Wir ?

Das NTI - ein starkes Bündnis für Märkisch-Oderland! Das NTI wurde im Jahr 2000 gegründet und stellt ein bürgerschaftlich orientiertes kreisweites Netzwerk mit mehr als 50 Mitgliedern aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen dar. Träger des NTI ist der Kreis Kinder und Jugendring e.V. MOL e.V.. Vereine, Verbände, Bürgerinitiativen, Parteien, Schulen, Verwaltung, Polizei und Privatpersonen arbeiten und handeln gemeinsam. Das Netzwerk ist offen für alle, die sich bürger- und zivilgesellschaftlich im Landkreis Märkisch-Oderland engagieren möchten.

Was wollen Wir ?

Die besondere Stärke des NTI ergibt sich aus seiner koordinierten Vernetzung und daraus resultierender zeitnaher Aktionsfähigkeit. Die Auseinandersetzung mit vielschichtigen Themen, wie Integration, Migration, Rassismus, Antisemitismus, Gewalt, Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, interkulturelle Gesellschaft, Wertevermittlung, Handlungskonzepte, Perspektiven und Demokratie in Ganzheit stehen auf der Tagesordnung. Die Entwicklung von Perspektiven mit und für junge Menschen in den strukturschwachen Regionen des Landkreises ist genauso Anliegen, wie die Vermittlung gesellschaftlicher Werte unserer demokratisch verfassten Gesellschaft. Dabei wollen die Mitglieder extreme Tendenzen jeder Art und Gewaltbereitschaft abbauen und das Erleben von Integration als beiderseitige Chance befördern. Integrationsfachtage zu Themen der demokratischen Weiterentwicklung im Landkreis gehören zum Spektrum der Arbeit. Diese Ergebnisse tragen, neben der kontinuierlichen Netzwerkarbeit dazu bei, Zielstellungen wie Abbau von Vorurteilen gegenüber Minderheiten, Migrantinnen und Migranten, sozial Schwachen oder Menschen mit Behinderungen umzusetzen.

Wie arbeiten Wir ?

Das NTI trifft sich vier Mal jährlich zu einer gemeinsamen Sitzung und arbeitet mit einer hauptamtlichen Koordination. Weiterhin werden die Interessen des NTI durch einen durch die Mitglieder bestätigten Beirat vertreten. Dieser setzt sich aus mindestens 5 Personen zusammen. Die Koordinatorin des Netzwerkes ist automatisch Mitglied des Beirates. Der Beirat ist ein dauerhaft bestehendes Gremium. Dieser trifft die Themenauswahl der viermal jährlich festgelegten Zusammenkünfte nach Dringlichkeit und verständigt sich zwischenzeitlich über aktuelle Handlungsnotwendigkeiten. Der Beirat ist das politische Sprachrohr des NTI und nimmt die Außenvertretung war. Er nimmt im Namen des NTI den Interessenausgleich unter Wahrung der Interna der Mitglieder war. Zur Entscheidungsfindung muss die Mehrheit der Beiratsmitglieder anwesend sein. Das Netzwerk wird durch den Beirat über seine Arbeit informiert. Zu fachspezifischen Themen und Veranstaltungen werden Arbeitsgruppen gebildet. Inzwischen haben sich im NTI eine Vielzahl qualitativer Verknüpfungen ergeben, die für alle Themen der demokratischen Zivilgesellschaft zu jeder Zeit kompetente Partnerinnen und Partner bereithalten.

Seelow, den 27. Januar 2011

Zugehörige Dateien:

Willenserklärung des Kreistages des Landkreises Märkisch-Oderland vom 6. Juni 2001 (PDF, 26 kb)

Broschüre des NTI (PDF, 54 MB)

NTI - Headgraphik

Herzlich Willkommen auf den Seiten des NTI!

Logo NTI

Hier erfahren Sie alles über das Netzwerk, dass sich im Landkreis Märkisch-Oderland für ein tolerantes und demokratisches Miteinander einsetzt.

 

Aus der Erklärung der Prinzipien der Toleranz der UNESCO-Staaten vom 16. November 1995:

Artikel 1: Bedeutung von "Toleranz"

1.1 Toleranz bedeutet Respekt, Akzeptanz und Anerkennung der Kulturen unserer Welt, unserer Ausdrucksformen und Gestaltungsweisen unseres Menschseins in all ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt. Gefördert wird sie durch Wissen, Offenheit, Kommunikation und durch Freiheit des Denkens, der Gewissensentscheidung und des Glaubens. Toleranz ist Harmonie über Unterschiede hinweg. Sie ist nicht nur moralische Verpflichtung, sondern auch eine politische und rechtliche Notwendigkeit. Toleranz ist eine Tugend, die den Frieden ermöglicht, und trägt dazu bei, den Kult des Krieges durch eine Kultur des Friedens zu überwinden.

1.2 Toleranz ist nicht gleichbedeutend mit Nachgeben, Herablassung oder Nachsicht. Toleranz ist vor allem eine aktive Einstellung, die sich stützt auf die Anerkennung der allgemeingültigen Menschenrechte und Grundfreiheiten anderer. Keinesfalls darf sie dazu mißbraucht werden, irgendwelche Einschränkungen dieser Grundwerte zu rechtfertigen. Toleranz muß geübt werden von einzelnen, von Gruppen und von Staaten.

1.3 Toleranz ist der Schlußstein, der die Menschenrechte, den Pluralismus (auch den kulturellen Pluralismus), die Demokratie und den Rechtsstaat zusammenhält. Sie schließt die Zurückweisung jeglichen Dogmatismus und Absolutismus ein und bekräftigt die in den internationalen Menschenrechtsdokumenten formulierten Normen.

1.4 In Übereinstimmung mit der Achtung der Menschenrechte bedeutet praktizierte Toleranz weder das Tolerieren sozialen Unrechts noch die Aufgabe oder Schwächung der eigenen Überzeugungen. Sie bedeutet für jeden einzelnen Freiheit der Wahl seiner Überzeugungen, aber gleichzeitig auch Anerkennung der gleichen Wahlfreiheit für die anderen. Toleranz bedeutet die Anerkennung der Tatsache, daß alle Menschen, natürlich mit allen Unterschieden ihrer Erscheinungsform, Situation, Sprache, Verhaltensweisen und Werte, das Recht haben, in Frieden zu leben und so zu bleiben, wie sie sind. Dazu gehört auch, daß die eigenen Ansichten anderen nicht aufgezwungen werden dürfen.

 

Ein unterstützendes Gremium des NTI ist der Flüchtlingsrat Brandenburg.