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Deine Anne – Ausstellung in der Stadtpfarrkirche Seelow

Der Lokale Aktionsplan hat vom 16.03. bis zum 2.04. die Wanderausstellung Deine Anne – ein Mädchen schreibt Geschichte im Rahmen des Programmes Demokratie leben! nach Seelow geholt, wo sie vom CVJM betreut wird. Die Ausstellung wird vom Anne Frank Zentrum Berlin verliehen und betreut und tourt seit März 2012 durch ganz Deutschland.

 

 

Ein wichtiger Bestandteil ist, dass an jedem Ausstellungsort Anne Frank Botschafter/innen ausgebildet werden, unter andern Johann und Hendrik aus dem Johanniter Gymnasium Wriezen. Diese Jugendlichen führen dann die Besuchergruppen durch die Ausstellung. In Seelow besuchten insgesamt 16 Schulklassen aus der gesamten Umgebung die Ausstellung, so wie drei weitere Besuchergruppen. Sie bringt auf großen übersichtlichen Stellwänden nicht nur das Leben Anne Franks nah sondern überträgt es auch in die heutige Zeit.

Das Leben der Anne Frank

Das jüdische Mädchen Anne Frank und ihre Familie emigrierten 1934 in die Niederlande um dem NS-Terror zu entgehen. Doch nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten war ihre Sicherheit auch dort nicht mehr garantiert und daher versteckten sie sich ab Juli 1942 in einem Hinterhaus in Amsterdam. Hier schrieb Anne ihr berühmtes Tagebuch. Trotz größter Vorsicht wurde das Versteck verraten und die Bewohner am 4. August 1944 verhaftet. Anne starb im Frühjahr 1945 im KZ Bergen-Belsen. Eine der Helferinnen der Familie Frank sicherte nach der Verhaftung Annes Tagebuch und es wurde nach dem Krieg von ihrem Vater, welcher den Holocaust überlebte, veröffentlicht und in viele Sprachen übersetzt und auf diese Weise möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht.

Aussage für uns

Ein Fokus liegt nicht nur auf dem Leben Anne Franks und ihrer Familie, sondern vor allem auch darauf wie wir unser Wissen über Anne Frank und die NS-Zeit in unser heutiges Leben übertragen können. So ist auch die zentrale Frage nicht „Was ist damals passiert?“ sondern „Was können wir tun damit es nicht wieder passiert?“. Dem Besucher wird im zweiten Teil der Ausstellung erstmal die Frage gestellt „Wer sind wir?“. Durch Selbstreflektion und das Nachdenken über Identitäten soll uns klar gemacht werden, dass wir Leute häufig erstmal nach dem Äußeren beurteilen und anschließend in Schubladen stecken. In einer kurzen Filmsequenz wird eine Szene gezeigt in der ein Junge von anderen gemobbt wird. Die Ausstellung fragt uns wen wir ausgrenzen und zeigt dann Alternativen auf. Eine ganze Stellwand widmet sich Aktionen für Toleranz und gegen Ausgrenzung in jeglicher Hinsicht. Schülerzitate wie dieses: „Man kann nichts dafür wie man aussieht, das heißt ja nicht das man anders ist und auch dann kann man sehr nett sein.“ zeigen, dass es der Ausstellung gelingt ihre Werte zu vermitteln.

Helfen gestern und heute

Die Ausstellung ruft zum helfen und Solidarität zeigen auf und kann hoffen, dass wie Miep Gies (eine Helferin Anne Franks) erklärt: „In der dunklen Zeit im Krieg haben wir uns nicht einfach herausgehalten, sondern die Hände ausgestreckt, um anderen Menschen zu helfen. Unter dem Einsatz unseres Lebens. Mehr konnten wir nicht tun.“ auch heute noch viele Leute ihre Hände ausstrecken und auf diese Weise helfen wo sie können.

(27.03.2015, Text und Fotos Linda Eismann im Rahmen eines Orientierungspraktikums des Stromberg Gymnasiums/ Vaihingen Enz, BaWü, 10. Klasse)